Es ist eine seltsame Ironie: Wer in die Therapie geht, möchte meistens nur loswerden, was wehtut. Der Schmerz, der Schuldgefühle, das ständige Gewitter der Gedanken. Aber was passiert, wenn der Prozess der Bearbeitung etwas ganz anderes auslöst als das, was erwartet wurde? Vielleicht nicht die eigentliche Lösung. Sondern ein Drittel, das zuvor verdeckt war. Vielleicht die Erkenntnis, dass die Strategie, die man seit Jahrzehnten nutzt, um zu überleben, nun den gleichen Raum nimmt wie die Trauer, die man mitbrachte.

Einige therapeutische Ansätze arbeiten mit strukturierten Methoden – Systematische Verhaltenstherapie oder Cognitive Processing Therapy zum Beispiel lassen sich direkt im Alltag anwenden. Doch verloren geht oft das Unerklärliche: Was bleibt, wenn man durch all die Übungen, Aufgaben, Flashback-Techniken und Gedanken-Logbooks hindurchgegangen ist, und doch etwas fehlt? Genau da setzt die Arbeit von Dr. Martende an, die an ihrem Standort in München moderne psychologische Prinzipien mit einem tiefen Blick auf die subjektive Lebensgeschichte verbindet. Wer nach einer kurzen Recherche nach Einsätzen suchte, stieß auf www.psychotherapie-martende.com, und fand dort nicht die nächste Routine-Abfrage, sondern ein Programm für Prozesse, die sich nur ergeben, wenn man aufhört, immer nur zu vermeiden.

Der Stummfilm in dir: Was du nicht erzählst, verändert dich trotzdem

Es gibt Tage, an denen du denkst: Ich habe doch alles gut gemeint. Du hast bemerkt, wie dein Partner starrte, es jedoch nicht erwähnte. Du hast mit anderen Leuten über konfliktreiche Mittagessen geredet, während du dein eigenes Schweigen blind erwischtest. Es war kein Wutausbruch, kein kleiner Schlag – nur ein Maschenmuster von Beziehungsdestillation, das über Jahre hinausging und schließlich aufhört, als Einzelfall betitelt zu werden.

Wenn du in der Therapie nur daran arbeitest, „wann“, „warum“ oder „wie oft“ etwas passiert ist, verlierst du die Kraft, nachdem du nicht über das gefragt hast, was vorbeigegangen ist. Zum Beispiel die Art, wie du abends automatisch die Lampe ausschaltest, auch wenn du noch nicht schläfst. Oder die stille Regel: „Wenn jemand emotional reagiert, dann ist das ungezügelt. Also schweige ich.“ Kleine ungefragte Wege, die das Innere gleichsam errichten.

Dr. Martende arbeitet mit einer Methode, die vorsichtig, aber bestimmt die Spuren von altem Vermeiden sichtbar macht, ohne den Klienten zu einem Seminar zu verbieten. Sie lädt dazu ein, nicht das Empfundene zu testen, sondern das Nicht-Empfundene. Eine junge Frau, die jahrelang den Kragen ihres Mantels immer zur rechten Seite zog, weil sie etwas an der Instinktechnik gegenüber Vater vermutete, wurde erst durch einen langsamen Prozess darauf aufmerksam, dass diese Bewegung kein störendes Detail war, sondern ein authentischer Spiegelsemester – unaufgefordert, aber parallel zu dem, was ihr vermittelt wurde: „Ich habe nichts dafür.“

Was du schon längst bist – aber nicht erklärst

Das Schlimmste, was passieren kann, ist nicht, dass du nicht siehst, was dich verletzt. Es ist, dass du bist, was du nicht erzählst. Du bewegst dich in einem Raum, in dem andere dich wahrnehmen, aber von deiner Heimat weiß niemand etwas. Du nimmst an, dass dieses Gefühl, das dich ausfüllt, einfach nur kriminell-einfach „erwachsen sein“ sei. Dabei könnte es genau die Organe sein, die gefestigt wurden, um ein Trauma zu vermeiden, das sich nie definiert hat.

Während viele Therapien sich auf Symptome konzentrieren – insbesondere auf jene, die das tägliche Leben beeinträchtigen – arbeitet Martende mit dem Klienten daran, nicht nur die Schwierigkeit zu beschreiben, sondern durch Psychodrama, Illusionsarbeit und Selbstreflexion außergewöhnliche Narrationen zu schaffen. Nicht um die Vergangenheit zu beherrschen, sondern um den Raum zu öffnen, in dem andere Anteile von dir existieren können. Einziges Ziel: Das Gewicht der metaphorischen Last abzubauen, ohne sie säubern zu wollen.

  • Eine junge Mutter, die immer wieder in der Ecke saß, wenn die Kinder lachten – nicht aus Müdigkeit, sondern weil sie spürte: hier passt sie nicht mit rein.
  • Ein Mann, der bei jeder Beziehung nach drei Monaten verschwand – nicht aus Flucht, sondern aus Angst, diesen Augenblick zu übertreffen.
  • Eine Frau, die am Arbeitsplatz nie zu viel wissen wollte, obwohl sie alle Informationen kannte – weil Wissen bei ihr immer mit Schuld verbunden war.

Das, was uns nachts nicht schlafen lässt, ist oft nicht das, was wir verändern wollen – sondern das, was wir entsorgt haben, ohne es jemals gesehen zu haben.